Quelle 1: Wasserkraft – der historische Pfeiler
Wasserkraft macht je nach Jahr etwa 56–60% der Schweizer Stromproduktion aus – ermöglicht durch die Alpen und ihre Hunderte von Stauseen und Fließgewässern. Es handelt sich um eine erneuerbare, regelbare Energie (im Gegensatz zu Solar- und Windkraft), sehr flexibel und mit nahezu null Grenzkosten, sobald die Staudämme gebaut sind. Die Schweiz ist im Sommer ein Kraftwerk für Europa: Sie exportiert nachts Energie nach Italien, Frankreich und Deutschland. Für Privathaushalte: Sie profitieren bereits von der Wasserkraft über das Netz – die Schweiz hat eine der am wenigsten CO₂-intensiven Stromversorgungen Europas. Genossenschaftlich organisierte Laufkraftwerke (Kleinwasserkraft) sind für alle als Beteiligungsform zugänglich.
Quelle 2: Photovoltaik – die aufsteigende Energie
Photovoltaik wächst in der Schweiz stark, getragen von der Energiestrategie 2050, sinkenden Industriekosten und der Pronovo-Einmalvergütung. Die Wirtschaftlichkeit muss jedoch projektbezogen mit Bezugstarif, Einspeisetarif, Eigenverbrauch und bestätigten Beiträgen gerechnet werden. Im Gegensatz zur Wasserkraft ist Solarenergie eine dezentrale Quelle: Eigentümer können selbst Produzenten werden, wenn Dach, Budget und Netzanschluss passen.
Quelle 3: Geothermie & Wärmepumpen – die Zukunft der Raumheizung
Geothermie ist für Privathaushalte in den meisten Fällen keine Stromquelle – sie ist eine Wärmequelle. In Kombination mit einer Wärmepumpe (WP) nutzt sie die stabile Bodentemperatur (10–13°C in 1,5 m Tiefe) zur äußerst effizienten Beheizung von Häusern: Für 1 kWh elektrischen Stroms, den die WP verbraucht, werden 3–5 kWh Wärme erzeugt (COP 3–5). In der Schweiz unterscheidet man zwei Anwendungen: (1) Geothermische Wärmepumpe für Privathaushalte (Erdsonden bis 200m oder Horizontalkollektoren) – die effizienteste Lösung für das individuelle Heizen. (2) Tiefengeothermie (Kollektivprojekte wie Vinzel in der Westschweiz oder das Großraum-Genfer-Becken) – Förderung von 50–150°C heißem Wasser für Fernwärmenetze. Die geothermische Wärmepumpe für Privathaushalte ist heute die energiesparendste und CO₂-ärmste Heizlösung auf dem Markt.
