Quelle 1: Wasserkraft – der historische Pfeiler
Wasserkraft macht je nach Jahr etwa 56–60% der Schweizer Stromproduktion aus – ermöglicht durch die Alpen und ihre Hunderte von Stauseen und Fließgewässern. Es handelt sich um eine erneuerbare, regelbare Energie (im Gegensatz zu Solar- und Windkraft), sehr flexibel und mit nahezu null Grenzkosten, sobald die Staudämme gebaut sind. Die Schweiz ist im Sommer ein Kraftwerk für Europa: Sie exportiert nachts Energie nach Italien, Frankreich und Deutschland. Für Privathaushalte: Sie profitieren bereits von der Wasserkraft über das Netz – die Schweiz hat eine der am wenigsten CO₂-intensiven Stromversorgungen Europas. Genossenschaftlich organisierte Laufkraftwerke (Kleinwasserkraft) sind für alle als Beteiligungsform zugänglich.
Quelle 2: Photovoltaik – die aufsteigende Energie
Photovoltaik verzeichnet in der Schweiz ein explosionsartiges Wachstum: +28% neue Installationen im Jahr 2024, mit einem Ziel von 34 TWh/Jahr bis 2035 gemäß Energiestrategie 2050 (heute ca. 7 TWh). Kein Wunder: Die Preise für Module sind in 10 Jahren um 90% gefallen, die PRONOVO-Förderungen sind attraktiv, und selbst in der Deutschschweiz (weniger sonnenreich als das Walliser Hochgebirge) ist die Rentabilität ausgezeichnet. Im Gegensatz zur Wasserkraft ist Solarenergie eine dezentrale Quelle: Jeder Eigentümer kann selbst zum Produzenten werden. Sie ist die einzige erneuerbare Energiequelle, deren Kosten regelmäßig weiter sinken und die auf Millionen von Dächern ohne nennenswerte Umweltauswirkungen eingesetzt werden kann.
Quelle 3: Geothermie & Wärmepumpen – die Zukunft der Raumheizung
Geothermie ist für Privathaushalte in den meisten Fällen keine Stromquelle – sie ist eine Wärmequelle. In Kombination mit einer Wärmepumpe (WP) nutzt sie die stabile Bodentemperatur (10–13°C in 1,5 m Tiefe) zur äußerst effizienten Beheizung von Häusern: Für 1 kWh elektrischen Stroms, den die WP verbraucht, werden 3–5 kWh Wärme erzeugt (COP 3–5). In der Schweiz unterscheidet man zwei Anwendungen: (1) Geothermische Wärmepumpe für Privathaushalte (Erdsonden bis 200m oder Horizontalkollektoren) – die effizienteste Lösung für das individuelle Heizen. (2) Tiefengeothermie (Kollektivprojekte wie Vinzel in der Westschweiz oder das Großraum-Genfer-Becken) – Förderung von 50–150°C heißem Wasser für Fernwärmenetze. Die geothermische Wärmepumpe für Privathaushalte ist heute die energiesparendste und CO₂-ärmste Heizlösung auf dem Markt.
