Installation Maerz 2026 7 Min. Lesezeit

Solarmodule auf Flachdächern: Kompletter Ratgeber für die Schweiz

TL;DR

Das Flachdach eignet sich hervorragend für die Solarenergie, sofern der Winkel (25–35°), der Reihenabstand (Selbstverschattung vermeiden) und die Art der Konstruktion (ballastiert oder verankert) richtig dimensioniert sind. Bifaziale Module auf weißer Membran sorgen dank Albedo für 5–8 % Mehrproduktion.

Warum das Flachdach ideal für Solar ist

Im Gegensatz zu Schrägdächern bietet das Flachdach völlige Orientierungsfreiheit. Die Paneele können unabhängig von der Ausrichtung des Gebäudes genau nach Süden ausgerichtet werden und mit einer verstellbaren Struktur die optimale Neigung wählen. Aus diesem Grund befinden sich große Gewerbeanlagen häufig auf Flachdächern: Die Produktion wird pro m² effektiv abgedecktem Dach maximiert.

Berechnung der Reihenabstände (keine Selbstverschattung)

Selbstverschattung – eine Reihe von Paneelen, die das dahinter liegende Paneel beschattet – ist ein klassischer Fallstrick bei Flachdächern. Die Regel: Mindestabstand = Panelhöhe × Kotangens der Sonnenhöhe im Dezember zur Mittagszeit. In der Deutschschweiz (Breitengrad ~47°N) beträgt die Sonnenhöhe zur Wintersonnenwende ~20°. Bei 1,7 m hohen Paneelen mit einer Neigung von 30° (projizierte Höhe ~0,85 m) muss der Abstand zwischen dem unteren Ende einer Reihe und dem oberen Ende der nächsten Reihe ≥ 0,85 / tan(20°) ≈ 2,3 m betragen. In der Praxis empfiehlt sich ein Abstand von 2,5–3 m zwischen den Reihen.

Ballastierte Strukturen im Vergleich zu verankerten Strukturen

Gewichtete Strukturen: ohne Perforation auf die Membran aufgelegt. Widerstehen Sie dem Wind durch ihr eigenes Gewicht. Vorteile: keine Schäden an der Abdichtung, schnelle Installation, mögliche Bewegung. Nachteile: höheres Gewicht (Betonballastblöcke), geringere verfügbare Fläche. In der Schweiz erhältliche Marken: Schletter FlatFix, K2 Systems Dome. Verankerte Strukturen: in die Struktur eingeschraubt oder mit Dichtungen durch die Membran geführt. Weniger Gewicht, mehr Oberfläche. Erfordert Abstimmung mit Imprägniermittel.

Bifaziale Module auf Flachdach: Albedogewinn

Bifaziale Module fangen Licht von beiden Seiten ein. Auf einem Flachdach mit weißer Membran oder hellem Kies kann die Albedo (Reflexion zur Rückseite) 5–8 % Mehrproduktion ausmachen. Um den Gewinn zu maximieren: Wählen Sie eine weiße TPO-Membran anstelle von Grau oder Schwarz, halten Sie das Dach sauber (kein Moos, kein Schmutz) und vermeiden Sie Strukturen, die zu niedrig an der Membran haften (lassen Sie zwischen der Platte und der Oberfläche 30–40 cm Platz für die Zirkulation des reflektierten Lichts).

Spezifische Wartung von Flachdächern

Auf Flachdächern sammelt sich mehr Schmutz (Blätter, Moos, Staub), da der Winkel die Selbstreinigung durch Regen nicht begünstigt. Planen Sie eine jährliche Reinigung der Paneele und eine Überprüfung der Abflüsse ein (die nicht durch unter den Strukturen angesammeltes Laub verstopft sein dürfen). Produktionssteigerung nach der Reinigung: 2–5 %, je nach Verschmutzungsgrad.

Haeufige Fragen

Muss ich zur Befestigung der Paneele in das Flachdach bohren?+

Nein für ballastierte Strukturen (am häufigsten im Wohn- und Gewerbebereich): Sie ruhen auf Betonplatten oder Ballastblöcken, die ohne Perforation auf der Membran platziert sind. Bei erheblichen Windlasten (Jura, Alpengebiete) erfordern bestimmte Projekte Anker – Ihr Dachdecker muss die Lösung mit dem Abdichtungsmittel validieren.

Was ist der optimale Winkel für ein Flachdach in der Schweiz?+

Zwischen 25° und 35°. Unter 25°: geringerer Ertrag im Winter (tiefstehende Sonne) und schwer entfernbarer Schmutz (keine Selbstreinigung durch Regen). Über 35°: Der Abstand zwischen den Reihen muss vergrößert werden, um Selbstverschattung und damit eine Verringerung der Installationsdichte zu vermeiden. Der 30°-Winkel ist der beste Kompromiss für die Deutschschweiz.

Können wir ein flaches Solardach mit einem Gründach kombinieren?+

Ja – es ist sogar eine interessante Synergie: Das Pflanzsubstrat hält die Paneele im Sommer kühler (besserer Ertrag um −0,35 %/°C), und der Halbschatten der Paneele schützt die Vegetation vor Trockenheit. Technik, die als „städtische Agrivoltaik“ oder „Biosolardach“ bekannt ist. Einige Pilotprojekte gibt es in Genf und Lausanne.

Hält das Flachdach dem Gewicht der Paneele und Konstruktionen stand?+

Vor jedem Projekt auf einem Flachdach muss ein Ingenieurbüro die zulässige Belastung validieren. Eine gewichtete Struktur fügt normalerweise 15–25 kg/m² hinzu. Schweizer Flachdächer werden in der Regel mit 200 kg/m² (Schnee + Verkehrslasten) berechnet – das solare Gewicht ist oft aufnehmbar, eine Überprüfung der Tragkonstruktion durch einen Bauingenieur wird jedoch empfohlen.

Quellen & Methode

Schweizer SIA-Normen für Dächer und Lasten. SUISSETEC Ratgeber für Abdichtungen und Flachdächer. Bifaziale PVGIS 2025-Produktionsdaten. Strukturkatalog von Schletter und K2 Systems CH.

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