Eine Batterie auf Rädern: Das bidirektionale Konzept
Bisher war der Energiefluss einseitig: Netz oder Solaranlage laden das Auto. Mit V2H (Vehicle-to-Home) und V2G (Vehicle-to-Grid) wird der Fluss bidirektional. Das Elektroauto kann damit als grosser Speicher fuer Haus und - bei passenden Programmen - auch fuer das Netz dienen.
V2H: Vehicle-to-Home (Absoluter Eigenverbrauch)
V2H ist die naechste Stufe des Eigenverbrauchs. Das Prinzip ist 2026 klar:
1. Tagsueber: Ihre Solarmodule produzieren Ueberschuss und laden das Fahrzeug.
2. Abends: Das Fahrzeug speist bei Bedarf Strom ins Haus zurueck.
3. Ergebnis: Mehr Eigenverbrauch und weniger Netzbezug in teuren Zeitfenstern.
V2G: Vehicle-to-Grid (Der Energiemarkt)
V2G geht einen Schritt weiter: Das Fahrzeug kann in definierten Zeitfenstern kontrolliert ans Netz zurueckspeisen. Solche Modelle haengen von technischen Vorgaben des Netzbetreibers, Messkonzepten und vertraglichen Programmen ab. In der Schweiz befindet sich dieser Bereich noch im Aufbau.
Materielle Realität in der Schweiz (2026)
Das Versprechen ist großartig, aber die technische Realität erfordert das Ankreuzen mehrerer Kästchen:
- Fahrzeugkompatibilitaet: Nicht jedes EV unterstuetzt bidirektionales Laden. Freigaben haengen vom Fahrzeugmodell und der Software ab.
- Bidirektionale Wallbox: Diese Systeme sind teurer als klassische AC-Wallboxen und erfordern eine saubere Auslegung.
- Systemintegration: Wechselrichter, EMS, Zaehlerkonzept und Netzvorgaben muessen zusammenpassen.
Die Meinung des Experten
V2H ist besonders sinnvoll, wenn das Fahrzeug tagsueber regelmaessig am Haus steht. Wer das Auto werktags immer unterwegs nutzt, hat weniger Solarüberschuss fuer das Laden und damit geringeren Nutzen.
Rentabilität im Vergleich zu einer Wandbatterie
Wirtschaftlich kann V2H attraktiv sein, wenn ohnehin ein neues Fahrzeug und eine neue Ladeinfrastruktur geplant sind. Die Bewertung sollte immer mit Ihrem realen Fahrprofil, Standzeiten zu Hause, Stromtarif und Solarüberschuss erfolgen.
