Wie Verschattung bei einem String wirkt
Bei einer klassischen String-Konfiguration sind die Panels in Reihe geschaltet – wie Glieder einer Kette. Der Stringstrom wird durch das am wenigsten produktive Panel begrenzt. Wenn ein Panel zu 50 % verschattet ist, wird sein Strom um die Hälfte reduziert. Bei einer Reihe von 10 Paneelen sinkt der Strom für die gesamte Reihe um 50 % – ein Produktionsverlust von 50 % bei 10 Paneelen aufgrund eines einzigen beschatteten Paneels. Bypass-Dioden begrenzen dieses Problem teilweise (sie schließen die abgeschatteten Paneldrittel kurz), allerdings auf Kosten eines Verlusts auf String-Ebene.
Die häufigsten Verschattungsquellen in der Schweiz
Schornsteine und Dachdurchfuehrungen (Lueftung, VMC): Die Schattenlaenge variiert mit Tageszeit und Saison. Typischer Effekt: 2-8 % Verlust auf benachbarten Modulen. Loesung: Module mit Abstand planen oder die betroffenen Module mit Optimierern ausruesten. Laubbäume: Im Sommer oft starke Verschattung, im Winter deutlich geringer. Moeglicher Effekt: 5-20 % je nach Abstand und Hoehe. Nachbargebaeude: Morgenschatten (Ost) oder Abendverschattung (West). Wirkung haengt von Gebaeudehoehe und Distanz ab; eine 3D-Simulation ist Pflicht.
Loesung 1: Mikro-Wechselrichter (Enphase IQ8)
Jedes Panel verfügt über einen eigenen Mikro-Wechselrichter – sein maximaler Leistungspunkt (MPPT) wird unabhängig verwaltet. Ein schattiertes Panel benachteiligt die anderen nicht mehr: Der Verlust ist streng lokalisiert. Zusätzlicher Vorteil: Panel-für-Panel-Überwachung (nützlich zur Erkennung vorzeitiger Degradation). Kosten: CHF 80–120/zusätzliches Panel vs. Stringwechselrichter. Empfohlen für: Dächer mit mäßiger bis starker Verschattung durch mehrere Paneele, Dächer mit mehreren Neigungen, hochwertige Häuser, die Wert auf eine gute Überwachung legen.
Lösung 2: DC-Optimierer (SolarEdge, Huawei, Tigo)
Unter jedem Modul sitzt ein DC-Optimierer. Er steuert den MPPT pro Modul auf der DC-Seite und arbeitet mit einem kompatiblen Zentralwechselrichter. Der Verlust bleibt auf das verschattete Modul begrenzt statt den gesamten String zu treffen. Kosten: CHF 60-100 pro Modul plus kompatibler Wechselrichter. Der Wirkungsgrad liegt leicht unter Mikro-Wechselrichtern (kleiner als 1 %), da die DC-zu-AC-Wandlung zentral bleibt. Geeignet bei leichter bis mittlerer Verschattung einzelner Module.
Lösung 3: Anti-Shading-Design von Anfang an
Die beste und kostengünstigste Lösung: Verschattung gezielt vermeiden. Praktische Regeln: Legen Sie niemals Paneele mit unterschiedlichen Verschattungsprofilen in eine Reihe. Unterteilen Sie verschiedene Steigungen in separate Zeichenfolgen. Lassen Sie um Schornsteine herum einen Sicherheitsabstand (mindestens 1 m auf der Ost-West-Seite). Beschneiden Sie problematische Zweige vor der Installation.
