Die beste Ausrichtung ist nicht immer die offensichtliche
Viele Eigentümer starten mit einer einfachen Annahme: Sueddach ist automatisch die beste Lösung. Das stimmt oft, wenn nur die Jahresproduktion pro Quadratmeter zählt. In der Praxis ist aber entscheidend, wann Sie Strom verbrauchen, wie Ihr Dach tatsächlich aussieht und wie viel Solarstrom Sie selbst nutzen können.
Auf einem typischen Schweizer Einfamilienhaus kann eine Ost-West- Anlage etwas weniger Jahresertrag liefern, aber wirtschaftlich trotzdem besser sein, wenn morgens und abends mehr nutzbarer Strom anfällt.
Die Methode in 5 Schritten
Stromverbrauch ueber den Tag sauber erfassen
Schauen Sie auf die echten Lastspitzen: Frühstück, Abendküche, Wärmepumpe, Boiler oder E-Auto. Wer vor allem morgens und abends viel Strom braucht, profitiert oft von einer breiter verteilten Produktionskurve.
Entscheidend ist nicht nur der kWh-Jahreswert, sondern der Strom zur richtigen Zeit.
Mit dem realen Dach planen, nicht mit dem Idealfall
Dachneigung, Gauben, Kamine, Dachfenster und saisonale Verschattung verändern die Entscheidung. Zwei saubere Ost- und Westflächen können oft sinnvoller sein als eine kleine Südfläche mit vielen Störfaktoren.
Bruttoertrag und nutzbaren Ertrag vergleichen
Lassen Sie zwei Varianten rechnen: Sued und Ost-West. Vergleichen Sie dann nicht nur die Jahresproduktion, sondern auch den erwarteten Eigenverbrauch und die Einspeisung.
Eine Anlage mit etwas weniger Ertrag kann wirtschaftlich stärker sein, wenn mehr Strom direkt im Haus bleibt.
Auswirkung auf Wechselrichter und spaetere Erweiterungen pruefen
Ost-West-Anlagen glätten oft die Mittagsspitze. Das kann besser zu Wärmepumpe, Ladestation oder späterem Speicher passen und die Nutzung im Alltag verbessern.
Nach Zielbild entscheiden, nicht nach Gewohnheit
Wenn maximale Produktion pro Quadratmeter das Hauptziel ist, bleibt Sued oft vorne. Wenn Eigenverbrauch, Alltagstauglichkeit und eine breitere Tageskurve wichtiger sind, ist Ost-West oft der bessere Kompromiss.
