1. Ihre EWZ-Rechnung richtig lesen – Zeile für Zeile
Trennen Sie auf der ewz-Rechnung Energie, Netznutzung, Messung, kommunale und nationale Abgaben sowie Mehrwertsteuer. Verbrauchsabhängige Kosten sinken mit weniger Netzbezug; feste Entgelte verschwinden dadurch nicht. Das Tarifblatt 2026 weist die Messung separat aus. Berechnen Sie den Wert des Eigenverbrauchs anhand der tatsächlich vermiedenen variablen Kosten statt anhand der gesamten Jahresrechnung.
2. Tarifzeiten vor der Fahrzeugladung prüfen
Im allgemeinen ewz-Tarifblatt 2026 gilt Hochtarif von Montag bis Samstag, 06.00–22.00 Uhr; die übrige Zeit ist Niedertarif. Für Elektromobilität gelten abweichende Zeitfenster. Prüfen Sie deshalb das Produkt und den Netznutzungstarif Ihrer Ladestation, bevor Sie einen Ladeplan wählen. Rechnen Sie mit den tatsächlich aus dem Netz geladenen kWh und den gültigen Preisen, nicht mit der Nennkapazität der Fahrzeugbatterie.
3. Verfügbare Verbrauchsdaten nutzen
Prüfen Sie, welche Verbrauchsdaten ewz für Ihren Messpunkt bereitstellt und in welcher zeitlichen Auflösung. Vergleichen Sie nächtliche Grundlast, Warmwasser, Heizung und Fahrzeugladung. Ein ungewöhnliches Muster ist ein Anlass für eine Messung oder Fachprüfung, aber kein Nachweis für ein bestimmtes defektes Gerät. Veränderungen sollten bei vergleichbarer Nutzung und Witterung bewertet werden.
4. Warmwasser-Boiler intelligent steuern
Lassen Sie den Warmwasserbetrieb anhand des tatsächlichen Tarifs, des Bedarfs und der Hygieneanforderungen prüfen. Das BAG empfiehlt 60°C am Boilerausgang und 55°C im Leitungssystem zur Begrenzung der Legionellenvermehrung. Ein pauschales Absenken des Boilers auf 55°C ist deshalb kein risikofreier Spartipp. Eine Fachperson muss Speichervolumen, Zirkulation, Verbrühungsschutz und Herstellervorgaben berücksichtigen. Elektrische Zeitschalter oder Änderungen an der Verdrahtung dürfen nur durch eine berechtigte Fachperson installiert werden. Einsparungen und Kosten sind für die konkrete Anlage zu berechnen.
5. Balkonkraftwerk: Voraussetzungen vor dem Kauf prüfen
Für ein Balkonkraftwerk in Zürich sollten Sie zuerst das aktuelle EWZ- oder VNB-Formular, die zulässige AC-Leistung und die schriftliche Zustimmung der Verwaltung oder Eigentümerschaft prüfen, wenn Balkon, Fassade oder Aussenbereich betroffen sind. Produktion, Einsparung und Amortisation hängen von Ausrichtung, Verschattung, Eigenverbrauch und gültigem Tarif ab.
6. Gemeindeförderungen gezielt recherchieren – Zürich ist ein Flickenteppich
Der Kanton Zürich bietet keine einheitliche kantonale Solarprämie, die Sie pauschal in jedes PV-Angebot einrechnen sollten. Gemeinden und Stadtwerke können eigene Programme führen, diese ändern aber mit Budget, Jahr und Projektart. Der praktische Schritt für Käufer: Gemeindewebsite prüfen, kurz schriftlich nachfragen und nur bestätigte Beiträge im Finanzierungsplan verwenden.
7. ZKB Umweltdarlehen: Bedingungen und Gesamtkosten vergleichen
Das ZKB Umweltdarlehen ist eine Festhypothek mit einer an Bedingungen geknüpften Zinsvergünstigung. Für eine Photovoltaikanlage müssen die Kriterien für energetische Einzelmassnahmen und die Kreditprüfung erfüllt sein. Lassen Sie sich Förderfähigkeit, Laufzeit, Belehnung, Tragbarkeit und sämtliche Kosten schriftlich bestätigen. Vergleichen Sie die Finanzierung über die gesamte Laufzeit; der Solarertrag garantiert weder die Rückzahlung noch eine bestimmte Rendite.
8. ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch) in Zürcher Mehrfamilienhäusern
Für ein Mehrfamilienhaus prüfen Eigentümerschaft und Verwaltung zunächst Dachnutzung, Verbrauch, Messkonzept und Teilnahme. Ein ZEV oder vZEV kann die gemeinsame Nutzung von Solarstrom ermöglichen, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Vergleichen Sie den rechtlich zulässigen internen Tarif mit dem tatsächlichen Netzprodukt und rechnen Sie Verwaltung und Messung ein. Für alle Mietparteien gleiche Einsparungen oder feste interne Preise lassen sich daraus nicht ableiten.
